Via de la Plata

9.Etappe: Villafranca – Torremejia (27 km)

Die gute Nachricht:Der Boden ist fest und nicht so aufgeweicht, sonst wäre das heute eine Tortur geworden.Eine Tortur anderer Art bereitet mir die Blase am kleinen Zeh, jeder Schritt tut weh, und davon sind es heute wohl 45000. Ich belege mir sechs Scheiben Brot mit Käse und Schinken und stiefel los. Der Saharastaub haengt wie eine Dunstglocke über der flachen Landschaft, irgendwie eine gespenstische Stimmung.Der Weg verläuft kerzengerade und bietet wenig Abwechslung.

monotone Landschaft

Ich gehe langsam und werde heute der letzte Pilger sein, der ankommt.Allerdings weichen einige auch nach 15 km vom Weg ab und fahren mit dem Bus nach Torremejia oder gleich durch bis Merida. Das waren auch meine Überlegungen,aber gegen Mittag wurden die Schmerzen erträglich.Komischerweise ist der linke Fuß, sonst mein Problemfuss, völlig ok. Weiter geht’s,immer gerade aus.

Verlaufen kann man sich hier nicht

Es ist still, ab und zu hört man Hundegebell von nahegelegenen Fincas.

Der Weg ist mental eine Herausforderung, meine Gedanken schwirren hin und her,aber irgendwann kurz vor 3Uhr bin ich auch am Ziel.Ein spanischer Ort ohne Kirche, hätte nicht gedacht,dass es das gibt.Die anderen sind schon da.

Irma, Noad und Volker

Zum Abendessen gibt’s bei mir heute Kekse mit Zitronentee, ich kann keinen Schinken,Käse und Weißbrot mehr sehen.Wir quatschen noch ein bisschen und gehen dann früh schlafen.Manche schreiben noch Tagebuch oder Blogs so wie ich.Morgen steht eine kurze Etappe an und mit Merida eine große Stadt.

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