Neuer Beitrag

Buchara

Die Zugfahrt von Xiva nach Buchara dauert ca. 7 Stunden und ist nicht so bequem wie die erste Tour. Das offene Sechserabteil ist ziemlich eng und die Luft schlecht, eine Mischung aus Diesel, Pistazien  und Menschen.Ich hatte zum Glück einen Transfer ins Hotel vorbestellt, denn in Buchara am Bahnhof ist trotz der späten Stunde noch der Teufel los. Mein Hotelzimmer fällt im Vergleich zu den vorherigen deutlich ab, obwohl die Bilder und Bewertungen OK waren. Na ja, für 3 Nächte geht’s.

Am Morgen starte ich meinen Rundgang durch die Stadt. Buchara ist offener als Xiva, nicht so viele geschichtsträchtigen Bauten geballt auf kleiner Fläche.

Das Kolon- Minarett ist das Wahrzeichen der Stadt. Zusammen mit der Zitadelle und dem Labi Hauz Wasserspeicher ziehen sie die reichlich vorhandenen Touristengruppen ( und Poser) an. Die Souvenirstände verteilen sich weitläufig und man kann Teppichweberinnen bei der Arbeit zusehen.

Die Zitadelle oder Ark war der Sitz des Emirs. Die Russen haben in den Nachwehen der Oktoberrevolution ganze Arbeit geleistet und fast alles zerstört. Ein Tor ist noch erhalten, sowie Innenhof und Thronsaal. Der riesige Vorplatz, Registan genannt, diente früher allen möglichen Zwecken. Wer ihn überquerte, musste das mit ständigen Verbeugungen und Blickrichtung Emir machen. Zwei Engländer wurden Mitte des 19.Jhrd. auf dem Platz öffentlich enthauptet, weil sie die Regeln missachteten( wahrscheinlich eher wegen Spionage).Heute werden die Besucher nicht mehr geköpft, sondern geschröpft. Die Einheimischen zahlen nur ein Sechstel des Eintrittpreises, aber bei 4€ ist das zu verschmerzen, zumal der Durchschnittslohn hier etwa 350 – 400 € beträgt.

Ich spaziere weiter zum Busbahnhof, besorge mir ein Ticket nach Samarkand für Montagmorgen. Die Zugabfahrtszeiten sind mörderisch, mitten in der Nacht, also lieber Bus fahren.

Auf dem Rückweg kehre ich in der Altstadt in ein kleines Lokal ein und esse Borscht und den bisher besten Plov der Reise. Mit einiger Mühe finde ich dann ins Hotel zurück, nicht wegen dem Essen, sondern weil alles ziemlich verwinkelt ist.

Hinterlasse einen Kommentar