Mozzarabischer Jakobsweg

Tag 1: Malaga – Almogia

Nachdem die Anreise nach Malaga noch bei halbwegs gutem Wetter stattfand, fing es abends an zu schütten.Die ganze Nacht durch und auch heute, bis ich mein Ziel Almogia erreicht hatte.

Von Malaga Zentrum nahm ich einen Bus bis zum Stadtrand,um mir die Lauferei durch die Stadt zu ersparen.Nach einem Frühstück machte ich mich auf den Weg und sah schon nach 500 m, dass der Camino nicht begehbar ist. Also auf die Straße ausweichen und den langen langen Anstieg nach Almogia in Angriff nehmen.Es schüttete aus allen Kübeln. Zum Glück war wenig Verkehr.Immer wieder begegnete mir der Zivilschutz,erkundigte sich nach mir und gab mir auch den Code für die Alberge. Die Verwüstungen,die die Unwetter der letzten Wochen angerichtet haben,sind deutlich zu sehen.Auf der Passhöhe riss der Himmel auf,es hörte auf zu regnen und ich sah mein Tagesziel und auch die Berge der Sierra Nevada,die sonst im Dunst lagen.In der Herberge war bereits eine Pilgerin aus Lettland,die die Strecke mit dem Bus gefahren ist .Duschen,Wäsche waschen,alles zum Trocknen aufhängen,einkaufen und ausruhen.Die Herberge hat acht Betten und Heizung,glaube nicht,dass heute noch jemand kommt.Der Zivilschutz hat uns mitgeteilt,dass wir morgen die Straße gehen müssen,weil auf dem Camino mehrere nicht passierbare Flüsse entstanden sind.Jetzt,wo ich das schreibe,setzt der Regen wieder ein. Ich bin froh,im Trockenen zu liegen und bin in guter Stimmung.Huefte und Bein haben mitgemacht,was will man mehr.

Die Spur rechts wurde zum Fluss
Almogia, mein Etappenziel
Warnung vor den Autofahrern
Oman 2023

Heimflug und Fazit

Beim Hinflug hatte der Transfer nicht geklappt, diesmal dasselbe wieder. Ich hatte morgens beim Buchen extra auf den Fahrradkarton hingewiesen. Fuer viertel vor zwölf war der Wagen bestellt. Um 12 kommt der Manager und sagt,er ruft jetzt den Fahrer an.15 min später,der Fahrer würde noch tanken, käme aber bald. Dann kommt: Ein Kleinwagen!! Ich flippe bald aus. Diskussionen, der Fahrer will in 20 bis 30 min mit einem größeren Wagen zurück kommen. Wer’s glaubt…Zufaellig lädt ein Großraumtaxi eine Familie beim Hotel ab .Ich frage den Fahrer,ob er mich zum Flughafen bringen kann.Er kann und ab geht’s.Ich gebe ihm 10 Rial und er freut sich. Dann dauerts beim Einchecken ewig,bis das Fahrrad endlich fertig ist. Alles sehr langsam und umständlich.Nochmal 4 Rial Servicegebühr. Passkontrolle:Warten,warten,warten. Beim Sicherheitscheck hätte ich mit einem Maschinengewehr durchmaschieren können! Endlich am Gate.Aus unerfindlichen Gründen hat sich mein Sitzplatz in der Zwischenzeit geändert, aber immerhin habe ich einen.Zum Glück hatte ich nachmittags noch mal 2 Stunden geschlafen und bin einigermaßen fit. Ich denke,die Fliegerei mit Fahrrad lasse ich in Zukunft sein, es ist doch ziemlicher Stress.

Pünktlich landet der Flieger morgens nach deutscher Zeit in Frankfurt. Zeit für ein kleines Fazit:

Der Oman war für mich ein ungewöhnliches Radreiseziel. Andere Kultur, andere Landschaft, anderes Klima um die Jahreszeit. Aber es war sehr schön, hier radzufahren. Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen ist das,was mir am meisten in Erinnerung bleiben wird. Nie hatte ich das Gefühl,nur ein Tourist zu sein, die Leute waren ehrlich interessiert und dabei völlig unaufdringlich. Radwege gibt’s hier natürlich nicht, das Radeln auf der Straße war aber ( mit ein paar Ausnahmen), recht sicher.Die Landschaft hat mich begeistert, so mag ich es, nie langweilig.

Mit dem Wind hatte ich grosses Glück ( oder eine gute Planung), praktisch nur an einem kompletten Tag Gegenwind. Keine einzige Panne, keine wirklich gefährliche Situation. 2 kg Datteln sind in meinem Bauch verschwunden und etliche Liter Wasser. Gegessen habe ich meist in den Coffeeshops, preiswert und gut.

Bisschen nervig war das Gehupe, vor allem vor den Coffeeshops. Auch der allgegenwärtige Müll trübte ein wenig den guten Eindruck vom Land.

Ob ich nochmal wiederkommen würde? Vom Hajargebirge habe ich nicht viel gesehen, aber das werde ich mir mit dem Rad nicht antun!

Oman 2023

Rückfahrt: Salalah – Muscat

Nachdem ich jetzt 8 Tage in Salalah verbracht habe, wird es nun langsam Zeit für die Rückfahrt nach Maskat. In den letzten Tagen habe ich wenig unternommen, viel Fisch gegessen und mir das Grab des Nabi Umram angeschaut, angeblich der Großvater Jesu.

Das Grab ist mit 30 m Länge eines der größten in der Welt.Man vermutet, das mehrere Leute Kopf an Fuß hintereinander begraben wurden.

Sonntag mittag checke ich aus, fahre zum Markt und esse…( richtig geraten).

Noch sind es ein paar Stunden, die ich rumkriegen muss.


So ein Bus wird mich ( hoffentlich ) nach Muscat zurückbringen

 

 

 

18 Uhr, war doch noch etwas stressig,bis das Fahrrad verladen war.Der Bus ist sehr modern und nicht voll besetzt. In 11 Stunden soll er in Muscat sein. Eine Stunde habe ich noch Tageslicht, dann wird’s dunkel.Bis dahin sind wir in der Wüste.

5 Uhr morgens.Es ist noch stockdunkel,als der Bus am Rand von Muscat hält. Von hier kann ich gut zum Hotel radeln.Das Rad hat die Fahrt unbeschadet überstanden, war mit Koffern zugestellt.Also wieder ein bisschen Arbeit. Die Fahrt selbst war ereignislos, bis auf einen Nervsack schräg hinter mir, der auf dem Handy die ganze Nacht Schreifilme guckte. Kopfhörer Fehlanzeige.Nach der fünften Intervention habe ich aufgegeben.10 min leiser, dann wieder volles Rohr. Die ersten 500 km hatte ich einen Nachbar,Inder,der passabel Englisch sprach.So erfuhr ich auch, was die hier verdienen.Er arbeitet bei einem Geldversender und bekommt rund 650 €. In Indien nur ein Drittel.

Ziemlich gerädert warte ich, bis es hell wird, dann strample ich rund 15 km zum Hotel. Im dicksten Berufsverkehr, auf der Hauptstraße, nachdem Schleichwege in Sackgassen rund um den Flughafen führen, was auf Google Maps so nicht ersichtlich war.

Um 8.05 Uhr steige ich zum letzten mal im Oman vom Rad. Nach genau 1616 km bin ich wieder am Ausgangspunkt meiner Reise angekommen.

Der Karton ist noch da, also Rad verpacken, Transfer buchen, duschen und dann ein paar Stunden schlafen.

Oman 2023

Salalah II

Eine Besichtigungstour zu Fuß: Ich will zum Strand und mir das Salalah Beach Ressort anschauen, um vielleicht dort die letzten drei Tage zu verbringen.

Vorbei geht’s zunächst am Goldmarkt, den ich einen Tag später ausgiebig erkunde.

Eine Prachtstraße führt zum Sultanspalast, der für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist.

Er liegt fast am Meer und so folge ich der Straße,komme am alten Weihrauchsouk vorbei, von dem nur noch ein klaeglicher Rest besteht.Hier entsteht eine Strandpromenade, wie es sie auch in anderen Ländern gibt. Dafür weichen müssen auch die alten Lehmhaeuser des alten Salalah. Hoffentlich lassen sie noch was stehen.

Das Gehen macht Durst, am Fruchtmarkt trinke ich eine Kokosnuss,bevor ich zum Strand rübergehe.

Nix los

Auf dem weiteren Weg liegt das Weihrauchmuseum, inmitten des Weltkulturerbes Al Baleed, dem antiken Salalah. Hier war der bedeutendste Hafen der Weihrauchstraße, es wird viel gegraben.

Weihrauchbaum

Das Museum ist in einen historischen und maritimen Bereich unterteilt und alles wird sehr anschaulich dargestez.Vor allem ist es kühl drinnen.

Relief Oman: Von oben nach unten der Küste entlang bin ich geradelt

Das Beach Ressort,das ich nach fast 10 km erreiche, überzeugt mich nicht. Ein paar Liegestühle, weisser Strand aber weit ab vom Schuss. Die z.T. sehr teuren Luxushotels sind abgeschottet, man sieht nicht viel. Hier ist es mir zu langweilig.

Zurück nehme ich ein Taxi, das mich am Markt absetzt. Am Fischstand werde ich begrüßt. Heute gibt’s Barracuda, von dem ich die Hälfte schaffe und den Rest mitnehme.

Die hat auch was abbekommen

Zum Schluss kehre ich in einen Dattelladen ein und lasse mir rund ein Pfund verschiedene Sorten mischen.

Dann bin ich wieder an der Unterkunft angekommen und halte erst mal ein Nachmittagsschläfchen.

Oman 2023

Salalah I

Erster Tag in Salalah ( ohne Radfahren). Ich wache sehr früh auf, nachdem ich in dem knochenharten Bett etwas unrund geschlafen habe. Das Hotel Emanhouse ( eigentlich möblierte Studios) liegt sehr zentral und kostet etwa 20€ pro Nacht.

Der erste Besichtigungspunkt heute ist die Sultan Quabos- Moschee, die um die Ecke liegt. Sie ist die zweitgrößte des Landes und für Nichtmoslems zu bestimmten Zeiten zugänglich.

Sultan Quaboos Moschee am Abend

Ich bin der einzige Besucher.Der Innenraum ist riesig, die Gebetszeiten werden digital angezeigt.Der kürzlich verstorbene Sultan stammte aus Salalah.

Ein türkischer Kaffee treibt meinen Puls in die Höhe. Jetzt, ohne Wind, merke ich,wie heiß es schon morgens ist.Ich spaziere am Friedhof vorbei Richtung Neuer Souk.

Hier ist alles wohlgeordnet,vor allem Weihrauch in allen Variationen.

Weihrauchbrenner

 

Dazu unzählige Massschneidereien, getrennt nach Damen und Herren.

Auf dem Rückweg gehe ich durch den Zentralmarkt. Hier gibt’s Obst, Gemüse,Fisch und Fleisch.

Ein Teil davon verschwindet heute in meinem Bauch
Davon eher nichts

Zurück im Zimmer beginne ich damit, meine arg strapazierte Ausrüstung zu säubern.

 

 

Oman 2023

21.Tag: Wüste – Salalah ( 103 km)

Wieder bin ich früh wach, kein Wunder, wenn man schon um 8 Uhr Abends schläft.

Ich beschließe, bis Salalah durchzufahren. Die 30 km bis Mirbat sind flott zurückgelegt, hier komme ich wieder ans Meer.

Zum Frühstück gibt’s Kichererbsen,scharfes Gemüse und Roti, Fladenbrot. Das ist das Standardessen morgens, das essen alle.Ausserdem buche ich mir ein Hotel für 4 Tage im Stadtzentrum.

Gewöhnungsbedürftig am frühen Morgen

Auf den 73 km von Mirbat nach Salalah ist die Strecke als Autobahn ausgebaut, was mir sehr entgegenkommt, hat der Verkehr doch spürbar angezogen.

Die Blitzer stehen im Abstand von ca. 3 Kilometern

Die Autobahn hat einen breiten Seitenstreifen, trotzdem klebt mein linkes Auge am Rückspiegel.Manche fahren auch hier.

Außer Autos und einem deutschen Radfahrer treibt sich auch so allerlei Getier auf der Straße rum.

Hier mal Kühe, aber auch Ziegen und Kamele

15 km vor Salalah verwandelt sich die Autobahn in eine prächtige Allee, gesäumt von Palmen und schönen Laternen.Und: Mein erstes Gras seit 3 Wochen!

Die Fahrt durch die Stadt zum Hotel ist noch mal stressig.Dann bin ich endlich da, nach 1600 km ohne Pannen und Blessuren. Duschen, essen gehen und anschließend das Busticket für die Rückfahrt nach Muscat besorgen.

Ich habe eine ganze Woche Zeit in Salalah und schreibe dann und wann zusammenfassend, was ich hier so alles erlebe.Aber erst einmal bin ich froh, dass ich heil und gesund hier angekommen bin.

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20.Tag: Hasik – Wüste ( 88 km)

Ich verlasse meinen Übernachtungsplatz ziemlich früh. Die Straße führt traumhaft am Meer entlang, dazu ist es noch angenehm kühl.

Unterwegs sehe ich die bisher größte Kamelherde, in kleinen Gruppen werden sie morgens aus dem Pferch zum „Grasen“ entlassen.

Die anderen 50🐫 sind nicht im Bild

Es gibt immer was zu sehen.Z.Bsp. wie ein Fischerboot zu Wasser gelassen wird.

Ich helfe einem der Kameltreiber ( hier ist die Bezeichnung angebracht) sein schweres eisernes Bettgestell ins Camp zu tragen, die hausen hier doch recht kaerglich

Dann ist’s vorbei mit dem Panoramablick aufs Meer. Die Straße schlägt einen großen Bogen ins Landesinnere, was wieder ein Hoch und Runter bedeutet.500 m bergab, 500 m bergauf. Anstrengend, aber meist fahrbahr.

Hat geschmeckt

Ein Camelburger gibt mir wieder Kraft.Der Helfer des Betreibers,ein Bengale, fragt mich, ob ich ihm helfen kann, nach London zu kommen, alles per Sprachapp, Englisch kann er nicht und Deutschland kennt er auch nicht.Ich habe sowieso den Eindruck, dass viele lieber nach Europa gehen würden,wenn sie könnten.

Abseits der Straße baue ich mein Zelt auf. Zwei Päckchen Kekse und Datteln reichen mir.Die Datteln hat mir ein Autofahrer geschenkt, der mich auf Snapchat gesehen hat. Ich scheine es also schon zu einiger Bekanntheit hier im Süden gebracht zu haben.

Oman 2023

18./19. Tag: Shuwaymia – Hasik

Bernd aus Hamburg ist 77 Jahre alt.

Er ist von Muskat schnurstracks die Wüste runter bis Salalah und fährt jetzt die Küste entlang wieder zurück. Angekündigt wurde er mir von seinem Sohn, der ihn begleitet hat und nun zurück an die Arbeit muss.

Wir unterhalten uns lange,tauschen Adressen aus und dann beginnt für mich der Aufstieg ins Dhofargebirge. Zehn Kilometer zieht sich der Anstieg, viel zu schwer für mich zu fahren.Also Schieben,Pause,Schieben…und alles in einer Gluthitze.

Oben auf dem Plateau wird’s leichter,ich fahre noch ein Stück und baue dann mein Zelt in einigen Anstand von der Abbruchkante auf.

Endlich oben

Nachmittags beim Aufbau war es windstill.In der Nacht kommt ein Sturm auf,der auch morgens noch tobt.Als ich den letzten Häring aus dem Boden ziehe, fliegt das Zelt weg.Ich hinterher, auf den Abgrund zu. Glücklicherweise verfängt sich das Zelt in einem Busch und ich kann es an mich nehmen, unbeschädigt.Ein bisschen weiter, und es wäre im Abgrund verschwunden.Landschaftlich erinnert mich das hier alles sehr an den Grande Canyon.

Weiter geht’s und der Wind lässt nicht nach.Er kommt von der Seite und von vorne und ist so stark,dass er mich bei einer Richtungsänderung mit 15km/h den Berg h o c h treibt.Dann beginnt die Abfahrt meines Lebens! Durch grandiose Schluchten führt die Straße runter ans Meer.

Und leider,leider auch wieder hinauf! Nichts ist mit schön an der Küste entlangfahren. Es sind 37 Grad, kein Schatten.Ich gebe meine Vorsätze auf und beschließe zu trampen. Aber die nächsten 2 Stunden kommt kein Auto. 5 Kilometer wuchte ich das Rad hoch, fahre Mal ein paar Meter und schiebe wieder.Dann hält ein Toyota Pickup.Wir wuchten das Rad auf die Ladefläche und ab geht’s. Ich bin heilfroh, diese 15 Kilometer bis Hasik nicht mehr fahren zu müssen.Der Fahrer, ein junger Mann und sein älterer Begleiter haben ihren Spaß.Wie der Henker jagt der Fahrer das altersschwache Auto die Passstraße entlang. Ich halte mich gut fest und bin froh ,als wir Hasik erreichen.Zum Abschied wollen die beiden mir noch Geld schenken!!!

Vielen Dank für’s Mitnehmen

In Hasik esse ich zu Mittag, dann wird alles dichtgemacht.Ich hatte vergessen, dass Freitag ist. Also fahre ich noch ein Stück und suche mir ein geschütztes Plätzchen am Strand.

Schatten gibt’s nicht, ich springe alle naselang ins Meer um mich abzukühlen .Bei Sonnenuntergang kommt ein Mann vorbei, der Muscheln oder ähnliches sammelt.Auf dem Rückweg zeigt er mir die Ausbeute:Ein grosser Sack mit etwas, was wie eine Kreuzung aus Austern und Muscheln aussieht. Er bietet mir welche an, aber ich habe nichts zum Kochen.

Als die Sonne verschwunden ist, verkrieche ich mich ins Zelt und esse meine letzten Datteln. Es gibt hier unheimlich viele Fliegen und den allgegenwärtigen Müll.

Feierabend
Oman 2023

17. Tag: Shelim – Wadi Shuwaymia ( 52 km)

Ich keuche, kämpfe und quäle mich, um gegen den Wind anzukommen.Nach Shelim macht die Straße einen scharfen Knick und mehr als 8 bis 9 Stundenkilometer sind nicht drin.Dazu das infernalische Heulen des Windes. Die wenigen Autofahrer, die passieren, fragen ale, ob ich mitfahren will. Ich lehne ab, zum Glück,denn sonst hätte ich eine spektakuläre Strecke verpasst.

Nach 20 km bin ich am höchsten Punkt und dann beginnt eine grandiose Abfahrt runter zum Meer.

Mein erstes Bad im Meer

Der Strand hat weißen Pudersand,kilometerweit bin ich der einzige Mensch hier. Die Küstenstraße führt jetzt wieder in die richtige Richtung, windmäßig. Im Ort Ash Shuwaymia haue ich mir den Bauch voll, kaufe ein fahre 12 km ins Wadi rein.

Die Landschaft ist spektakulär.Bizzare Felsformationen in allen Farbschattierungen. Ich fahre bis zum ersten Wasserfall und baue mein Lager auf.

So ganz allein bin ich nicht. Eine Gruppe Kuweitis kommt im Auto angefahren.Die klettern etwas die Felsen hoch und filmen mit einer Drohne.Als sie Weiterwollen, merken sie, dass die sich festgefahren haben.Einer fragt mich,ob ich Netz hätte.Gibts hier draußen nicht.Sie halten einen Einheimischen an, fahren in den Ort und kommen mit einem Toyota Pickup zurück, der sie freischleppt

Der Toyota ist das Standartauto hier.

Als sie weg sind, futtere ich meine Vorräte, Versuche ein Feier zu machen, was nicht gelingt. Das Palm-Zeug brennt nicht richtig.Also verkrieche ich mich ins Zelt und verbringe eine himmlisch ruhige Nacht.

Nur ein Wasserfällchen

Oman 2023

16.Tag: Moschee – Shelim ( 72 km)

Heute eine recht kurze Etappe bis Shelim und dann ab ins Hotel. Wobei man unter einem Hotel sich etwas anderes vorstellen muss. Auesserlich nur daran zu erkennen, dass man hier ein Zimmer mieten kann ist ein kleines Schild mit Telefonnummer. Ich frage mich durch, zahle 15 Rial und bin drinnen. Das Bett wieder knochenhart, scheint hier Standard zu sein.

Gestern Abend hatte ich bei Sonnenuntergang mein Zelt im Windschatten der kleinen Moschee aufgebaut.Es herrschte noch reger Verkehr. Ein später Besucher brachte mir noch zwei Flaschen Wasser und wünschte eine gute Nacht.

Bei den großen Temperaturunterschieden ist das Zelt morgens feucht. Ich warte ein wenig, packe dann aber ein und trockne das Zelt später.Beim Frühstück erscheint der Imman aus dem Gebetsraum und raucht erst mal eine. Vielleicht wohnt er hier.

Die Fahrt nach Shelim ist recht ereignislos. Allerlei totes Getier am Wegesrand und die üblichen Kamele.

Bei aufkommenden Wind trockne ich das Zelt und lüfte den Schlafsack.

Nach 50 km ein kleiner Ort.Es ist Mittag und ich habe Hunger.Im Coffeeshop lässt mich der Koch in die Töpfe gucken:Es gibt nur ein Gericht:

normalerweise isst man hier mit den Fingern

Kurz vor Shelim mach die Straße einen Knick und ich fahre voll gegen den Wind. Nicht auszudenken, wenn ich solchen Wind immer gegen mich gehabt hätte.

Bis Salalah sind es noch rund 300 km. Morgen komme ich am Wadi Shuwaymia vorbei, es soll eines der schönsten im Oman sein und touristisch unberührt, weil so abgelegen. Mal sehen, ob ich reinfahren und dort eine Nacht verbringe.

Zum ersten Mal esse ich Fisch 🐟 im Oman und was soll ich sagen, es war ein Gedicht!

Frischer Fisch zum Preis von einer Portion Fischstäbchen

Ich konnte ihn mir in der Küche aussuchen und wählte einen der kleineren.Das Fleisch ist fest,keine Gräten außer dem Gerippe und fantastisch gewürzt.Dazu gibt’s reichlich Fladenbrot und Salat. Bei uns daheim wäre das jetzt mein Stammrestaurant (aber nur zu den hiesigen Preisen).

Also, im heutigen Beitrag ging’s viel ums Essen, aber das ist bei Radfahrern ja immer ein Thema.Wohl bekomms!