Oman 2023

6. Tag: Dabib – Qalat ( 70 km voll gegen den Wind)

Ich liege im Zelt,Etappe geschafft.Der Zeltaufbau hat mich bei dem tosenden Wind vor noch nie dagewesene Probleme gestellt. Ich bin am Strand von Qalat, ein kleiner Sandwall hält das Schlimmste ab, aber heute kann das Zelt zeigen, ob es was taugt.

Gestern Abend hatte ich noch Besuch von drei Eseln, von denen einer ruckzuck die Reste von meinem Abendessen gefressen hat. Heute morgen stand dann eine Ziege zur Begrüßung bereit:

Mein Wecker heute morgen
Mahlzeit

Der Weg führte heute lange immer schön am Meer entlang.Am Strand machen die Omanis Camping. Am Bimmasinkhole traf ich zwei Schweizer, die mit einem Camper hier sind. Auch ein Bad Tölzer Wohnmobil fuhr vorbei. Abgesehen vom schönen Strand sind hier auch zwei berühmte Wadis in der Nähe.Ich begnüge mich mit einem Blick in den Eingang.

Sinkhole
Wadi Shab

Dann geht’s wieder auf den Highway 17. Weniger Verkehr als gestern. Sechs Omanis auf Triatlonrennmaschinen überholen mich, winken mir zu und feuern mich an.

Das sind nicht die Omanis auf den Rennmaschinen

In Qalat mache ich Schluss für heute, bis Sur morgen sind es noch 40km. Vor der Lagerplatzsuche geht’s noch mal in den Coffeshop. Ich beobachte, wie die Omanis das machen. Sie fahren vor und hupen einmal. Springt der Restaurantchef nicht innerhalb von ein paar Sekunden herbei, wird mehrmals gehupt. Dann erfolgt Bestellung gegen Geld durchs Seitenfenster.Dauerts den Herrschaften zulange, ertönt wieder ein Hupkonzert. Stehen dann mehrere Autos beisammen, braucht man Ohropax .

Noch mal Wadi Shab
Schöne Häuser

Für morgen in Sur habe ich mir ein Zimmer gebucht. Dann werde ich auch die Bilder der letzten Tage und von heute hochladen.

Jetzt hoffe ich nur noch, dass der Wind etwas nachlässt und nicht mehr so stark am Zelt rüttelt.Dann sollte einem erholsamen Schlaf nichts mehr im Wege stehen.

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5. Tag: Argy – Dibab (86🚴)

Bilder später

Die Landschaft ist grandios, die Straßen gut und,abgesehen vom Highway 17, verkehrsarm. Der Coffeshop in Argy hat nichts, also weiter in stetigem rauf und runter. Hatte ich anfangs mir die Wadis noch angeschaut, so bedeutet ein Wadischild vor allem: erst mal runter und dann wieder hoch. Das ist sehr kräftezehrend und ich muss öfter schieben . An einem windstillen Plätzchen esse ich ein paar Datteln und dann geht’s auf den Highway 17 Richtung Sur. Eigentlich hat die Straße einen 2m breiten Seitenstreifen,der gelb markiert sein soll, was selten der Fall ist. Der Verkehr ist enorm, die vorbeirasenden Autos gewöhnungsbedürftig.Gefaehrlich sind die Ausfahrten, ich fahre so lange wie möglich auf der Abbiegespur und erst im letzten Moment wieder geradeaus. An das Gruß -Gehupe habe ich mich inzwischen gewöhnt.

Zum Schluss werde ich für die Strapazen mit einer 5 km langen Abfahrt belohnt.

In Dibab fahre ich ab,suche den Weg zum Strand und mache es mir gemütlich.

Mein Übernachtungsplatz in Dibab

Der Wermutstropfen des heutigen Tages: Der Wind!!! Er bläst beständig von vorne oder seitlich und reduziert meine Geschwindigkeit oft auf 10 bis 13 kmh. Manchmal,wenn die Straße abbiegt, ahne ich, wie schön es wäre.Kein Geheule in den Ohren und leichtes Vorwärtskommen.

Aber für heute habe ich mein Ziel erreicht, unterwegs beim Inder ein halbes 🐔 Hähnchen,Reis,Salat,Wasser und Kaffee verzehrt und 4€ bezahlt. Was will man mehr?…..

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4.Tag: Maskat – Argy (65 km )

Bei 21 Grad verlasse ich Maskat um 8 Uhr morgens. Gleich zu Beginn der Yiltistreet, der ich folge, steigt die Straße auf 5 km steil an. Schieben! Das Rad wiegt gut 35 bis 40 kg, bei bis zu 15 % ist da nichts mit fahren.

Weiter oben schlängelt sich die Straße in leichtem auf und ab durchs Hajargebirge. Links und rechts ragen mächtige Zacken auf. Dann birgt der Weg rechts ab und ist nur noch eine sandige Wellblechpiste. Ein Inder auf einem Uraltrad überholt mich, hat aber dann eine Panne.

Schatten gibt’s nicht. Mittags ist es über 30 Grad und ich esse in einem Coffeshop ein Nudelgericht. Coffeshops sind allgegenwärtig und im Grunde Imbissbuden, für 3-4 Euro gibt’s eine ordentliche Portion.

Ein Stück Autobahn, dann auf einer ziemlich befahrenen Straße Richtung Argy. Es ist 3Uhr, ich halte Ausschau nach einer Zeltmöglichkeit. Gar nicht so einfach, alles Geröll und Schotter. Abseits der Straße finde ich ein halbwegs geeignetes Plätzchen.Die beiden stark verwesten Kuhkadaver in der Nähe sehe ich erst, als schon alles aufgebaut ist. Was soll’s.

Jetzt, als die Sonne hinter den Bergen verschwindet,wird es empfindlich kühl. Mein Sitzhocker macht sich bezahlt,sehr bequem. Der Wind hatte gegen Mittag aufgefrischt und kam dann von vorne.Mehr wie 12 Stundenkilometer waren bei flacher Strecke nicht drin.

Es wird dunkel und kühl,ich verziehe mich ins ⛺ Zelt.

( Bilder lade ich hoch,wenn ich WLAN habe).

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3. Tag: Maskat

Heute schaue ich mir einen Teil der Stadt an. Mit dem Bus fahre ich von Ruwi, wo mein Hotel liegt, nach Muttrah. Dort befindet sich der Hafen, ein paar Kreuzfahrtschiffe haben auch angelegt.

Hier, an der Corniche, ist vormittags noch nicht viel los.

Wenig Betrieb

Gegenüber ist der Eingang zum Souq. Hier gibt’s alles zu kaufen, die Händler sind erfreulich unaufdringlich.

Hier riechts wie bei uns in der Kirche.

Manches hat feste Preise. So ein schwarzes Damengewand mit Verzierungen um die 70€. Die Frauen gehen hier verschleiert und unverschleiert einkaufen.

Hier sind auch die Touristen der Schiffe anzutreffen, aber ich höre kein deutsches Wort. Man kann sich im Souq verlaufen,es riecht nach Weihrauch und Kamelfleisch gibt’s auch.

Probieren werde ich es mal

Ein Mann trägt einen abgeschnittenen Schafskopf in eine der zahlreichen Metzgereien, es gibt zahlreiche Barbiershops und Herrenausstatter. Die langen weißen Männergewänder sind bei dem Klima sicher praktisch. Im Sommer möchte ich nicht hier sein.

Nur für Muslims

Ich fahre zurück ,halte ein Mittagsschläfchen und spaziere dann in einen Supermarkt zum Einkaufen. Ich brauche Vorräte für die nächsten Tage, bis ich mir über die Versorgungslage unterwegs sicherer bin. Müsli, ein Sack Datteln,Brot etc. Die Einkaufszentren brauchen den Vergleich mit unseren nicht scheuen, hier gibt’s alles.

Mein „Stammlokal“, hier habe ich dreimal gegessen

Um Viertel nach sechs Uhr ist es dunkel. Ich spaziere zurück zum Hotel, packe meine Radtaschen um und plane die Route für morgen raus aus der Stadt.

Noch ein paar Bilder und das soll’s dann für heute gewesen sein.

Viel Müll im Wasser

Ich bei 25 Grad im omanischen Winter
Radlerleben
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2.Tag: 🚴 Einmal quer durch Maskat ( 40 km )

Der Blick aus dem Hotelfenster zeigt einen sonnigen Morgen. Ich frühstücke und baue anschließend mein Rad zusammen. Gestern Abend hatte ich dazu keinen Nerv mehr. Alles funktioniert. Dann wieder Diskussionen wegen der Lagerung des Kartons im Hotel. Alles war abgesprochen und bestätigt, aber….. Hoffentlich ist er in 4 Wochen noch da.

Blick aus dem Hotelfenster

Eine omanische Simkarte gibt’s im Einkaufszentrum. Das ist etwa 10 km entfernt und über eine sechsspurige Autobahn zu erreichen. Zum Glück gibt’s einen Seitenstreifen, aber es ist doch nervenzehrend.

Hier mal weniger Verkehr

Die SIM-Karte ist schnell gekauft, aber die Aktivierung klappt nicht. Die Verkäuferin gibt sich viel Mühe, es hängt anscheinend an meinem deutschen Pass, den die Software nicht erkennt. Nach mehr als einer Stunde funktioniert’s und ich bin happy. Nun suche ich mir einen etwas entspannter Weg durch die Stadt, fahre durch die Botschaftenstrasse und an ziemlich prächtigen Häusern vorbei.

Zum ersten Mal bin ich am Meer, esse eine halbe Tafel Schokolade und buche mir ein Zimmer am anderen Ende der Stadt.

Herrliches Wetter

Weiter geht’s, wieder zum Teil auf einer der Stadtautobahnen, wieder Stress. Maskat ist total aufs Auto fixiert. Die gleichen Blitzer wie bei uns halten die Raserei in Grenzen. Trotzdem bin ich froh, als ich in Ruwi ankomme. Das Hotel ist nicht zu vergleichen mit gestern, aber was soll’s. Ich ruhe mich aus und gehe anschließend in den Souq von Ruwi. Hier ist das Geschäftsviertel,viele Goldläden. Im Supermarkt keine Cola light! Brauchen die Omanis ,Inder,Pakistani oder Nepalesen auch nicht, sie sind fast alle schlank.

Ich esse eine Fleischplatte mit Gemüse,zahle einen Rial (2,5 €) und bin satt.

Der Muezzin ist nicht zu überhören

Ich bin zwar quer durch Maskat geradelt, habe aber z.B. die Altstadt nicht gesehen. Also beschließe ich, noch einen Tag hier zu bleiben und mit dem Bus und zu Fuss mir noch was anzugucken.Ausserdem tut etwas Erholung nach dem Anreisestress und dem heutigen Tag ganz gut.

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1.Tag: Anreise nach Maskat

Es ist kalt und ungemütlich, als Eva mich um 6Uhr zum Frankfurter Flughafen fährt.Beim Check in merke ich, dass ich meine Lenkertasche im Auto vergessen habe. Eva bringt sie mir und ich checke ein. Auch der sperrige Fahrradkarton geht problemlos mit. Ich habe zu viel Zeug noch mit reingepackt, es ist eine ganz schöne Schlepperei. Alles dauert in Frankfurt und dann stehen wir 2 Stunden am Rollfeld und warten. Einen Teil holt der vollbesetzte Flieger auf. Die meisten fliegen von Maskat aus weiter. Den Visumstempel in den Pass,zu einem grotten schlechten Kurs etwas Geld gewechselt und dann warten auf den gebuchten Hoteltransfer. Niemand da. Mein Handy funktioniert noch nicht ohne omanische Simkarte,eine freundliche Infomitarbeiterin leiht mir ihr Handy und ich rufe den Manager an. Etwas ist schiefgelaufen, aber er schickt einen Fahrer, der mich ins Hotel bringt( für umgerechnet 35 €). Ich schleppe den Fahrradkarton und das Gepäck ins Zimmer und bin platt.Richtig platt! Mit einiger Mühe kann ich einschlafen und habe so schon mal den Anfang überstanden.

Endlich da
Oman 2023

Vorbereitungen

Die Vorbereitungen für die Radtour durch den Oman waren doch umfangreicher als gedacht.

Einen Fahrradkarton besorgte ich mir beim örtlichen Händler und schnitt ihn passend zurecht. Die Radreifen hätten zur Not die Reise noch mitgemacht, aber danach wäre Ersatz fällig gewesen.Also bestellte ich zwei Marathon mondial,etwas schmäler als die alten.Die alte Breite gibts anscheinend nicht mehr zur Zeit.( Inzwischen habe ich den Reifen in Laufrichtung ummontiert, danke Barbara).

An Weihnachten,kurz nachdem die vierwöchige Antragsfrist begann,beantragte ich online das Visum. Nach einigen Schwierigkeiten erhielt ich den Bescheid, für umgerechnet 50€.Inzwischen waren auch alle Reiseunterlagen eingetroffen.Nochmals vielen Dank an Dani von Holiday Reisen in Geisenheim,die das alles prima organisiert hat.

Außerdem besorgte ich mir diverse Ersatzteile für den Fall der Fälle.Da ich noch nie eine derartige Reparatur gemacht hatte,lud ich mir Anleitungvideos runter,in der Hoffnung,dass ich sie nicht brauche.

Jetzt,knapp zwei Wochen vor Abflug,mache ich mir Gedanken,was ich an Gepäck mitnehmen muss.

Oman 2023

Oman

Eine Fahrradreise vom 22.01.23 bis 21.02.23

geplante Route von Muscat nach Salalah ( ca. 1600 km)

Auf der Suche nach einem Winterreiseziel mit dem Fahrrad bin ich auf den Oman gestossen.Er gilt als sicheres Reiseland, das Wetter ist gut und man kann überall zelten.

Die geplante Route ergab sich fast von selbst.Da ich nicht nur im Gebirge mich abstrampeln wollte, kam eigentlich nur die Strecke entlang der Küste von Muscat nach Salalah in Frage.

Das eigentliche Problem wird der Wind werden.Sollte er entgegengesetzt meiner Route wehen, werde ich mit dem Bus nach Salalah fahren und dann hochstrampeln.Der zweite Grund wider einen Gabelflug ist, dass ich den Fahrradkarton im Hotel in Muscat lasse und ihn beim Rückflug wieder verwende.

5-Länder-Runde

15. – 17. Tag: Zusammenfassung ( Bad Säckingen – Breisach – Gambsheim – Oestrich Winkel)

Seit ich den Bodensee hinter mir gelassen habe, ist es merklich ruhiger geworden und die Zahl der Radfahrer hat nachgelassen.

Ich hatte mir in den letzten Tagen überlegt,ob ich wirklich die Schleife durch Luxemburg und die Eifel noch machen will.Keine Berge mehr!!Meine Beine sind schwer, also beschließe ich, einfach dem Rhein bis zur Haustür zu folgen.Und so komme ich zu einem Teil des Rheinradweges, den ich noch nicht kenne.

Beeindruckend ist der Rheinfall bei Schaffhausen.

War der Radweg bisher durchaus anspruchsvoll mit Anstiegen, so wird es jetzt flacher. Der Großraum Basel lässt sich gut durchfahren,wobei die Schweiz,was Radwege betrifft, sowie Lichtjahre vor Deutschland liegt.

Basel
Grenze

Kurz vor Breisach suche ich mir einen Campingplatz, der verhältnismäßig ruhig ist.

Am nächsten Tag wechsle ich die Rheinseite und fahre auf der französischen Seite den Rhein – Rhone- Kanal entlang.

Schnurgerade unter einer Baumallee durch geht es bis kurz vor Straßburg.Nur der heftige Gegenwind stört das Fahrvergnuegen .Ich wechsle wieder die Seite und gerate dabei in ein Gewirr aus Autobahnen und Schnellstrassen.Dank NaviApp finde ich einen Feldweg,bevor es über die Rheinbrücke geht.

Schön ist es zum Radfahren hier nicht mehr. Ständig müssen Kiesgruben,Wehre, Industrieanlagen oder Kläranlagen umfahren werden. Oft ist der Weg einfach gesperrt.Umleitungen: Fehlanzeige!

Wieder mal Stop

Das kostet alles viel Zeit und Kraft. Nördlich von Kehl fahre ich noch mal nach Frankreich auf einen Campingplatz.Viel großzügiger als bei uns, aber genauso laut.

Ich beschließe,es gut sein zu lassen und morgen noch ein Stück zu radeln, dann in den Zug zu steigen und heimzufahren.Im Großraum Ludwigshafen und Mannheim bin ich schon mal rumgeirrt und den Rest ab Worms kenne ich auch.

Nach einer kurzen Nacht in Gambsheim geht’s wieder nach Deutschland. Heute herrscht kein Wind,es ist bedeckt und angenehm zu radeln. Trotzdem bleibe ich bei meinem Plan. Kurz vor Karlsruhe nehme ich die S -Bahn, um mir die Fahrt durch die Stadt zu ersparen.Die erste ist voll, die zweite hat Platz.Der Zug nach Mainz ist rappelvoll.

Vor der Abfahrt,danach steigen immer noch Leute ein

Von Ingelheim fahre ich noch ein paar Kilometer runter zum Rhein, noch einmal über den Fluss und die Heimat hat mich wieder.

Wieder daheim