5-Länder-Runde

15. – 17. Tag: Zusammenfassung ( Bad Säckingen – Breisach – Gambsheim – Oestrich Winkel)

Seit ich den Bodensee hinter mir gelassen habe, ist es merklich ruhiger geworden und die Zahl der Radfahrer hat nachgelassen.

Ich hatte mir in den letzten Tagen überlegt,ob ich wirklich die Schleife durch Luxemburg und die Eifel noch machen will.Keine Berge mehr!!Meine Beine sind schwer, also beschließe ich, einfach dem Rhein bis zur Haustür zu folgen.Und so komme ich zu einem Teil des Rheinradweges, den ich noch nicht kenne.

Beeindruckend ist der Rheinfall bei Schaffhausen.

War der Radweg bisher durchaus anspruchsvoll mit Anstiegen, so wird es jetzt flacher. Der Großraum Basel lässt sich gut durchfahren,wobei die Schweiz,was Radwege betrifft, sowie Lichtjahre vor Deutschland liegt.

Basel
Grenze

Kurz vor Breisach suche ich mir einen Campingplatz, der verhältnismäßig ruhig ist.

Am nächsten Tag wechsle ich die Rheinseite und fahre auf der französischen Seite den Rhein – Rhone- Kanal entlang.

Schnurgerade unter einer Baumallee durch geht es bis kurz vor Straßburg.Nur der heftige Gegenwind stört das Fahrvergnuegen .Ich wechsle wieder die Seite und gerate dabei in ein Gewirr aus Autobahnen und Schnellstrassen.Dank NaviApp finde ich einen Feldweg,bevor es über die Rheinbrücke geht.

Schön ist es zum Radfahren hier nicht mehr. Ständig müssen Kiesgruben,Wehre, Industrieanlagen oder Kläranlagen umfahren werden. Oft ist der Weg einfach gesperrt.Umleitungen: Fehlanzeige!

Wieder mal Stop

Das kostet alles viel Zeit und Kraft. Nördlich von Kehl fahre ich noch mal nach Frankreich auf einen Campingplatz.Viel großzügiger als bei uns, aber genauso laut.

Ich beschließe,es gut sein zu lassen und morgen noch ein Stück zu radeln, dann in den Zug zu steigen und heimzufahren.Im Großraum Ludwigshafen und Mannheim bin ich schon mal rumgeirrt und den Rest ab Worms kenne ich auch.

Nach einer kurzen Nacht in Gambsheim geht’s wieder nach Deutschland. Heute herrscht kein Wind,es ist bedeckt und angenehm zu radeln. Trotzdem bleibe ich bei meinem Plan. Kurz vor Karlsruhe nehme ich die S -Bahn, um mir die Fahrt durch die Stadt zu ersparen.Die erste ist voll, die zweite hat Platz.Der Zug nach Mainz ist rappelvoll.

Vor der Abfahrt,danach steigen immer noch Leute ein

Von Ingelheim fahre ich noch ein paar Kilometer runter zum Rhein, noch einmal über den Fluss und die Heimat hat mich wieder.

Wieder daheim
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14.Tag ( Jagdszenen am Bodensee)🚴🚴🚴

Das war ein Höllenritt heute! Als ich um 8 Uhr den teuren und – wie in Deutschland üblich – sehr lauten Campingplatz verlasse,ahne ich nicht, dass heute der stressigste Tag der bisherigen Tour bevorsteht.

Ich frühstücke in einer Bäckerei (kleiner Kaffee und belegtes Brötchen 10,20 €, allmählich spinnen die alle).

Kurz vor Meersburg kommt mir in einer schmalen Fahrradstrasser ein fetter Mercedes mit Caravan entgegen und zwar sehr schnell. Ich traue meinen Augen nicht,ab statt zu bremsen beschleunigt er noch.Ich springe ab und quetschen mich an die Seite.Der Wohnwagen donnert keine 20 cm entfernt an mir vorbei. Für das dreckige Grinsen des Fahrers hätte dieser eine Kugel verdient.

Fähre nach Konstanz

Ich schwelge noch in meinen Mordgeluesten, als ich die Fähre nach Konstanz erreiche.Die Überfahrt ist schön und preiswert.Konstanz hat eine sehr gute Infrastruktur für Fahrräder,ab hier geht der Weg um den südlichen „Finger“des Bodensees überwiegend auf Radwegen weiter. Allerdings ist jetzt gegen Mittag der 😈 Teufel los.Alle wollen zum See,die Autos parken, wo auch nur eine Möglichkeit dazu besteht.Zudem sind auf dieser Strecke Tausende Radfahrer unterwegs und das ist nicht übertrieben.Ein unablässiger Strom von hinten und von vorne.Volle Aufmerksamkeit ist gefordert, auf kreuzende Autos , Fußgänger,aufgerissene Türen, überholende Rennradfahrer.Einen erwischt es vor meinen Augen,als ich gerade ein Foto machen.Auf dem Radweg fährt ein Auto auf der Suche nach Zugang zum See, quetscht sich rechts am Radler vorbei und schert sofort nach links,als er eine Parkmöglichkeit sieht. Bekloppter geht’s nimmer.Der Radler bremst noch,stellt sich quer und fährt gegen das Auto. Passiert ist ihm nichts,zum Glück.

So geht es stressig weiter,bis das Ende des Sees erreicht ist Hinter der sehenswerten Stadt Stein am See kehrt Ruhe ein und ich entspanne mich.Die Horden von Radfahrern,die Autos,die Hitze,der Krach haben mich mürbe gemacht.Sonntags bei Sommerwetter am Bodensee Rad zu fahren ist keine gute Idee.

Über meine NaviApp habe ich einen Zeltplatz ausgeguckt.Er befindet sich in einem schmalen deutschen Streifen, eingeklemmt von der Schweiz.Man fährt hier rein,raus,rein,raus.Der Platz ist ein Bauernhof,mit Hütten und Zeltmoeglichkeit.Und ruhig.Und außer mir ist niemand da.An Ruhe glaube ich nach den gestrigen Erfahrungen erst, wenn’s Abend ist und weder Kindergeschrei noch Saufgegroele zu hören ist.

Das nenne ich mal einen Zeltplatz

Heute koche ich mir wieder mal was selbst. Und dann mal sehen,was der Abend bringt.

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13.Tag (Kißlegg – Meersburg )

Bei herrlichem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel verlasse ich das Landhotel Zerlaut in Hasslach, das auf die Rechnung noch 1€ Kurtaxe draufschlaegt. Ein Witz,der Ort besteht aus 3 Bauernhöfen.

Ich teste fleißig in die Pedale, obwohl meine Beine ziemlich sauer sind.

Landschaftlich ist das der bisher schönste Teil meiner Reise, typisch Allgäu.

Das bedeutet auch kräftige Anstiege, der Ausblick entschädigt dafür.In der Ferne sind schon die Alpen zu sehen.

In Wangen mache ich Fruehstueckspause, dann geht’s weiter, bis irgendwann zum ersten mal der Bodensee zu sehen ist.Gegen Mittag bin ich da.

Hier ist der Teufel los.Wochenende und super Wetter . Überall Feste,Horden von Radfahrern kommen mir entgegen.Der Bodenseeradweg führt viel an der Straße entlang, hier ist auch alles zugebaut.

Ich suche mir in der Nähe von Meersburg einen Campingplatz direkt am See und gucke dem Treiben zu.Der Strand ist kiesig, die Leute führen Eiertaenze auf, um ins Wasser zu kommen. Nix für mich.Ich bin froh, dass es jetzt erst mal flach weitergeht.Der südlichste Punkt meiner Tour ist erreicht und allmählich formt sich in meinem Kopf ein Plan, wie es weitergehen soll. Oberstes Kriterium: Keine Berge mehr!

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10. – 12.Tag ( Donauwörth -Burgau -Biberach – Kißlegg)

Es ist einiges nachzutragen.Im Moment bin ich noch in einem Hotel in Hochdorf, 8 km von Biberach a.d.Riss entfernt und es schüttet aus allen Kübeln.Gestern Abend gab es ein Unwetter und ich war heilfroh, nicht im Zelt liegen zu müssen.

Vorgestern bin ich in Donauwörth gestartet, bis Offingen an der Donau entlang geradelt und dann Richtung Burgau abgebogen.Dort wohnt meine Cousine Renate.Sie und ihr Mann Erhardt begrüßen mich herzlich,es gibt Kaffee und Kuchen.Wir unterhalten uns bis spät in den Abend hinein, zu essen gibt’s auch was leckeres.Es tut gut, so verwöhnt zu werden

An der Donau

Nach einem hervorragenden Frühstück verabschiede ich mic.Noch mal vielen Dank für die herzliche Gastfreundschaft an euch beide.Ich fahre bis Günzburg und von dort an der Donau entlang.In Günzburg war ich vor 3 Jahren ( mit dem Auto) und habe auf dem Marktplatz die Radwegschilder gesehen.Damals habe ich gedacht, hier müsstest du mal mit dem Rad herkommen.Nun stehe ich da.

Marktplatz in Günzburg

Bis Ulm ist der Donauradweg sehr schön.Ich hatte aber mit schon überlegt,ob es nicht noch einen Verbindungsweg zum Bodensee gibt. Tatsächlich existiert ein solcher,Donau-Bodensee-Radweg.Ich folge ihm bis Biberach.Wie bei vielen sogenannten Radwegen in Deutschland ist der Weg eine Zusammenstoppelung von Straßen, Wirtschaftswegen,strassenbegleitenden Radwegen usw.Durch viele Orte und saumaessig viel Verkehr.Es ist drückend heiss und schwül,die Autofahrer sind aggressiv und ich langsam auf.Verschwitzt und kaputt habe ich keine Lust auf zelten,zumal es hier weit und breit keinen Campingplatz gibt. Wild zelten wäre nur schwer möglich.Also buche ich ein Hotel und strample noch 25 km bis Hochdorf. Wie richtig die Entscheidung war, zeigt sich, als abends das Unwetter hereinbricht.Unmengen an Regen mit Gewitter,stundenlang.Im Zelt wäre es jetzt sehr ungemütlich.

Heute morgen regnet es immer noch und es hat stark abgekühlt.Bis mindestens Mittag soll’s so bleiben, also werde ich wohl zum ersten Mal auf der Tour in Regenkleidung fahren.

Es regnet.Es regnet.Es regnet immer stärker.Bei 13 Grad und Gegenwind macht das keinen Spass.Ich glaube, mit Zelten wird das heute wieder nichts.Also schaue ich gegen Mittag nach Hotels in der Gegend um.

Pause im Regen

Über B….com finde ich ein Lockangebot direkt am Radweg,20 km entfernt.Als die Buchung abgeschlossen ist,ist von Rabatt keine Rede mehr.Ich ärgere mich, hätte preiswertere Unterkünfte in der Gegend bekommen.Das war’s mit B…..com.Mal gucken,wie ich reklamieren kann.

Aber ich beschließe,mir nicht den Tag zu versauen.Die Landschaft ist schön, natürlich wellig hier im Allgäu.Also ab und zu wieder schieben.Was mir nicht gefällt,ist,dass der Weg fast nur auf engen,kaputten Straßen verläuft mit viel lokalem Verkehr.Es ist eigentlich eine Unverschämtheit, sowas als Radfernweg zu deklarieren.

Im Hotel angekommen,renoviere ich mich erst einmal.Seit 16 Uhr scheint die Sonne,man glaubt es kaum.

Morgen erreiche ich nach knapp 1000 km den Bodensee.Mal schauen, wie es von da weitergeht.

An alle,die meine Berichte verfolgen, mal an dieser Stelle herzlichen Dank. Das motiviert mich doch, auch wenn ich manchmal abends groggy bin oder die Lust zu schreiben fehlt.

Noch ein paar Bilder:

Die erste Bank nach 50 km
Zum Glück bin ich drinnen
Abstecher zum Yukon

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9. Tag ( Gunzenhausen – Donauwörth )

Die heutige Etappe ist überwiegend flach und am Ende des Tages habe ich 130 km abgestrampelt, ohne mich groß anzustrengen. Zunächst geht’s auf den Altmühltalradweg, den ich zum Teil noch von früher kenne.

So geht’s auch

Dann kommt eine interessante Begegnung: Ein Reiseradler meines Alters fährt auf und wir unterhalten uns zwei Stunden beim Fahren.Er ist wie ich bepackt,sehr gutes Reiserad.Den größten Teil des Jahres verbringt er in Neuseeland,wo er mit einer Einheimischen verheiratet ist.Drei Monate ist er in Deutschland bei seiner Familie und drei Monate fährt er in Asien rum, wo er noch eine Zweitwohnung hat.Seine Räder hat er dort deponiert.Ein interessanter Mann und bedeutend fitter als ich, was ich bei Anstiegen merke.

Dann mache ich Pause und unsere Wege trennen sich.Bei Dollstein verlasse ich den Radweg und fahre auf einem sehr schönen Verbindungsweg runter zur Donau.

Der nächste Campingplatz ist in Donauwörth. Zuerst auf gekiestem Weg, dann auf der Straße immer hoch und runter, weit weg von der Donau. Die bekomme ich eigentlich erst in Donauwörth zu sehen, wo ich mein Zelt auf dem sehr schön gelegenen Platz des Ruderclubs aufbaue.

So Stelle ich mir einen Zeltplatz vor

 

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8.Tag ( Aalen – Gunzenhausen )

Noch eine Etappe auf dem Limes-Radweg, dann folge ich ab Gunzenhausen dem Altmuehlradweg und biege irgendwo ab zur Donau.

Aber zuerst radle ich heute morgen nach Aalen hinein, um mir eine neue Matte zu kaufen. Bevor das Geschäft öffnet, habe ich noch Zeit, am Marktplatz zu frühstücken.

Streuseltaler statt Döner

Der Mattenkauf ist schnell erledigt, viel Auswahl gibt’s nicht.

Hoffentlich hält sie

Ich fahre fast 10km die Strecke zurück,die ich gestern geradelt bin.Kocherjagst – und Limesradweg verlaufen hier gleich, bevor sie sich trennen.

Der Limesradweg macht seinem Namen alle Ehre. Überall Schautafeln und Museen.

Wäre ich zur Römerzeit mit dem Fahrrad unterwegs gewesen, sähe ich wohl so aus:

Der Weg verläuft in stetigem Auf und Ab auf ruhigen Landstraßen.Auch wenn der Himmel dunkel ist und bedrohlich wirkt, fällt kein Tropfen Regen. Die Landschaft gefällt mir gut.

Kurz vor Gunzenhausen komme ich an einen kleinen See mit Camping 🏕️.Hier stelle ich mein Zelt auf und springe auch kurz ins Wasser. Die neue Matte muss heute Nacht ihre Bewährungsprobe bestehen.

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7.Tag (Braunsbach -Aalen)

Morgens aufstehen und jammern, das käme mir nie in den Sinn( also das folgende überlesen).Ich musste die Luft aus der defekten Matte rauslassen und schlief dementsprechend hart und unbequem.Ziemlich gerädert packte ich um 6 Uhr zusammen und fuhr los. Bis Schwäbisch Hall waren einige Rampen zu überwinden.

Ich komme natürlich von der Gegenseite

Es war sehr heiß schon früh am Morgen und ich machte etliche Pausen.Nach Schwäbisch Hall führte der Radweg größtenteils an der Bundesstraße entlang,der sogenannten Idyllischen Straße.Das lockte natürlich auch die Motorradfahrer an, den ganzen Tag das Röhren und Knattern. Die Anwohner der Orte versuchen mit allem Möglichen an die Fahrer zu appellieren,aber ohne großen Effekt.

Was manche sich so wünschen
Landschaft mit Rahmen
…und dann fehlt das Kleingeld

Ich kam nachmittags an der Waldschenke an, wo ich ein Zimmer reserviert hatte.Bis 17! Uhr war noch Mittagspause,ich saß auf der Terrasse und erholte mich.Dss Zimmer war in Ordnung und ich schlief endlich mal gut, bis das Unwetter kam.Ein gewaltiges Gewitter mit Regen zog vorbei und ich war heilfroh, nicht irgendwo im Zelt Ligen zu müssen.Irgendwann kehrte wieder Ruhe ein und so kam ich doch noch zu ein paar Stunden Schlaf.

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6.Tag ( Jagsthausen – Braunsbach)

Das Zelt ist klitschnass, als ich aufstehe.Bis alles verstaut ist,dauert es heute eine dreiviertel Stunde.Ich verlasse mein Versteck und folge dem Radweg bis Jagsthausen.Dort gibt’s Frühstück.Gestern hätte ich die 15 km nicht mehr geschafft,vor allem wieder die Steigungen. Hier bemerke ich auch, dass ich gestern Abend falsch geplant hatte.Der Kocherjagstweg ist ein Rundweg, und zwischen Jagsthausen und Sindringen ist die engste Stelle der Schleife.Von Jagsthausen käme ich auch nach Aalen, aber es wäre weiter.Also die 4km bis Sindringen,( 2 km hoch schieben, 2 km runter, dass die Bremsen glühen).Ich komme am Hotel Krone an, hier hatten Eva und ich unsere letzte Übernachtung letztes Jahr.Jetzt fahre ich in entgegengesetzter Richtung und welche Erholung!Ein schöner Radweg, durchaus mit Steigungen,aber nichts im Vergleich zum Limes.Mittagspause in Künzelsau.

Das ist der letzte auf der Tour, ich schwöre

Ich bin müde, es ist heiss und so beschließe ich, schon bald einen der wenigen Campingplätze anzusteuern. Für 10€ komme ich unter, neben mir zwei Radler aus Holland auf dem Weg nach Rom. Verrückte Leute gibt’s….

Das Zelt habe ich unterwegs getrocknet und es ist schnell aufgebaut. Ich blase die Isomatte auf, lege sie kurz neben das Zelt und schon ist es passiert:Die Matte ist delaminiert, d.h. die Verbindungen der einzelne Wülste sind kaputt und zu einer grossen Wulst aufgeblasen.Irgendwie muss ich drauf schlafen,morgen wird sie entsorgt.Es ist nicht das erste mal,dass das passiert,die Dinger vertragen keine Hitze.Trotzdem ist es ärgerlich.180 € hat das Ding vor drei Jahren gekostet.

Also neuer Plan.Ich buche mir für morgen ein Zimmer nahe Aalen und fahre am Montag zu einem Outdoorladen, um eine neue Matte zu kaufen.Aber nicht mehr Ultraleichtkram.

Kocher

Noch ein paar Bilder, habe WLAN am Zeltplatz.

Öffentliche Toiletten unterwegs,nicht zu unterschätzen
Viele Möglichkeiten
Schön ist es hier
Mein Lager
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5.Tag ( Schweinheim – Nähe Jagsthausen)

Gestern Abend war ich zu kaputt,um noch was zu schreiben.Ich bin genau 100 km gefahren,davon 40 flach. Trotzdem war ich 11 Stunden unterwegs,im Sattel und schiebend. Das Höhenprofil des Limesradwegs sieht aus wie ein EKG, mit Steigungen und Gefällen immer um die 15 Prozent

Hier mal bergab

Mein angepeiltes Ziel ereichte ich nicht mehr, es fing an zu regnen und ich suchte schnell einen Platz zum Zelten.Ich war völlig ausgepumpt. Dieser Weg ist mit einem 40 kg schweren Reiserad bei dem Profil eigentlich nicht zu fahren. Wenigstens war der Weg geteert, es ging nämlich auf Straßen voran.Die Autofahrer sind hier sehr aggressiv,eine Fahrerin hat mich im Kreisverkehr geschnitten und dann durch den halben Ort verfolgt, immer wüst schimpfend, nur weil ich A….. gesagt habe.

Höhenprofil Limesradweg
Soviel Zeit musste sein

Abends im Zelt beschloss ich dann, morgen den Limesweg zu verlassen und auf dem Kocherradweg bis Aalen zu fahren,wo beide Wege wieder Zusammentreffen. Während der Kocherweg dem Fluss folgend die Berge umfährt, führt der Limesweg kerzengerade darüber,immer rauf und runter. So erspare ich mir 2 Tage Schinderei.

Den Regen sieht man nicht

Es dauerte wieder ewig, bis ich einschlafen konnte.Da muss sich was ändern, sonst falle ich bald vor Müdigkeit vom Fahrrad.

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4. Tag : Ravolzhausen – Schweinheim

Nach einer mittelprächtigen Nacht habe ich am Morgen schwere Beine. Zum Glück steht heute nur eine kurze, flache Etappe auf dem Plan.

Das Frühstück ist gut und ich mache mich auf den Weg. Obwohl ich im Großraum Hanau/Frankfurt unterwegs bin, führt der Weg immer wieder durch kleine Waldstücke bis an den Main.

Der Limesweg versucht, möglichst dem Originalbauwerk zu folgen. Dazu nutzt er vorhandene,in der Nähe verlaufende Wege. Das bedeutet aber auch steilere Waldwege mit Schotter, obwohl nicht allzuweit entfernt asphaltierte Radwege sind.

Der Main bildete für die Römer eine natürliche Grenze. Hier müsste nichts gebaut werden. Ich folge ab Hainburg dem Fluss bis nach Aschaffenburg. Das Wetter ist prima, ich mache viele Pausen. Es ist wenig los auf dem Mainradweg und ich lasse mir Zeit.

In Aschaffenburg geht ein Abzweig nach Schweinheim, wo Sonja und Dirk wohnen. Der Mainwanderweg ist am Anfang brutal steil. Der Feldberg lässt grüßen….Dann wird’s flacher und ich komme gegen 3 Uhr an.Sonja versorgt mich mit allem Nötigen,wir unterhalten uns und meine Wäsche wird gewaschen. Dann faulenze ich auf dem Balkon. Vor fast genau einem Jahr waren wir mit der ganzen Familie hier ( ohne Fahrrad).

Zum Abendessen gibt’s Spargelcremesuppe und Pasta mit Lachs.Es schmeckt prima. Anschließend gehen Sonja und ich noch zur Eisdiele. Bis spät in den Abend sitzen wir auf der Terrasse und erzählen. Für mich war das heute ein erholsamer Urlaubstag.

Morgen soll es regnen….