Via de la Plata

13.Etappe: Caceres – Casa de Caceres (11 km zu Fuß, dann Überbrückung mit dem Taxi bis Canaveral)

So sieht der Plan aus: Alle laufen bis Casa de Caseres.Noud und Volker übernachten da und gehen morgen bis Canaveral.Irma,Gordon und ich fahren per Taxi bis Canaveral,die beiden laufen morgen weiter,ich mache einen Pausentag und warte auf Noud und Volker.Danach sind die Etappen wieder leichter planbar.So ein Ruhetag tut vor allem meinen Füßen gut.Im Hostal hier gibt es eine Waschmaschine, große Wäsche ist also angesagt.Bei dem Wetter trocknet alles ruck zuck.Das Wäsche aufhängen wird sorgsam von den drei Haustieren beäugt:

Jetzt ist erst mal Schluss für heute.

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12.Etappe: Cruzes – Caceres (38 km, davon 8km mit dem Bus)

Die heutige Etappe ist lang und meine Füße tun weh.An den Fersen haben sich jetzt auch Blasen gebildet.Ich laufe zusammen mit Volker,haben das gleiche Tempo.Irma ist schneller, Noud noch schneller,beide laufen komplett durch.Wir beide wandern bis zu einem Vorort von Caceres und fahren dann mit dem Bus in die Stadt.Immerhin bin ich 30 km gegangen und das mit meinen Füßen.Zwei ausgiebige Pausen in schönen kleinen Dörfern.Das Wetter ist prima,sonnig,aber nicht zu heiß.

Fast hätten wir den Bus verpasst,da nicht klar war,ob er überhaupt fährt.Die Auskünfte waren sehr widersprüchlich.Wir warteten noch 10 min über die Zeit und liefen dann los.Ein Stück waren wir schon gegangen,da kam er und wir stoppten ihn auf der Straße.Bei uns undenkbar.Vom Busbahnhof ging’s dann noch 2 km in die Altstadt zur Herberge,wo die Durchläufer auch grade ankamen.Caceres ist eine große Stadt mit fast 100000 Einwohnern und hat eine prächtige Altstadt.

Die ganze Bande auf einem Haufen

Zum Essen geht es in die Altstadt rein. Samstagabend und alle Einwohner sind auf den Beinen.Wir essen draussen,es ist kühl .Ibericofleisch mit ein paar Kartoffelchips.Per Handy wird die Karte gescannt und übersetzt,was oft sehr lustig ist.Aber das Essen ist gut.Die ganze Truppe überlegt,wie es morgen weitergehen könnte,denn am eigentlichen Zielort ist die Herberge geschlossen und die einzige andere Unterkunft mit 7 Zimmern ist bis Juni ausgebucht.Wir verschieben die Planung auf morgen und gehen für Pilgerverhältnisse spät ins Bett.

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11.Etappe: Merida – Cruzes des las Herreiros ( 34 km, davon 14 km mit dem Bus)

Morgens um halb neun geht’s raus aus Merida. Frühstück in einer Bar,Kaffee und Tomatentoast.Der Weg führt ein paar Kilometer an der Straße entlang,vorbei am römischen Viadukt.

Bald kommt der Stausee in Sicht,der Merida mit Wasser versorgte.Der Weg wird schöner,Stiere am Wegesrand.

Wie schon gestern beschrieben, erfordert die Etappe etwas Planung,da ameigentlichen Zielort keine Herberge offen hat.Unsere Gruppe beschließt,bis Aljucen zu laufen und von dort mit dem Bus weiterzufahren.in Anbetracht meines rechten Fußes die richtige Entscheidung, ich hätte heute keine 34 km laufen können und werde es morgen auch noch nicht.Die meisten der Pilger haben irgendwelche Blessuren, der schwere nasse Lehmboden der letzten Tage hat den Füßen zugesetzt. Noud läuft die ganze Strecke, er ist mit 59 ja noch ein Jungspund.Ausserdem ist er topfit.Also machen wir anderen drei Pause und fahren mit dem Bus ans Ziel.Hier sind heute viele Pilger,die ähnlich wie wir geplant haben.Auch die morgige Etappe von 37 km wird aufgeteilt in Geh- und Fahrtstrecke.Noch ein paar Bilder zum Schluss, falls das WLAN das schafft. Schafft es nicht,sehe ich gerade. Werden also bei Gelegenheit nachgereicht.

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10.Etappe: Torremejia – Merida (16 km)

Ereignislose kurze Etappe mit nicht besonders schöner Wegführung. Waren um 12Uhr schon in der Herberge und hatten so Zeit, uns Merida anzuschauen. Schöne alte bedeutende Römerstadt mit beeindruckenden Theater.

Auch am Abend hat die Stadt Flair.

alte Römerbrücke

Wir sind inzwischen ein lustiger Haufen geworfen,und werden auch solange es geht zusammen weiterpilgern.Die nächsten Etappen erfordern etwas planerische Tueftelei, da sie sehr lang sind und nicht überall Unterkünfte vorhanden sind.

Abends in Merida
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9.Etappe: Villafranca – Torremejia (27 km)

Die gute Nachricht:Der Boden ist fest und nicht so aufgeweicht, sonst wäre das heute eine Tortur geworden.Eine Tortur anderer Art bereitet mir die Blase am kleinen Zeh, jeder Schritt tut weh, und davon sind es heute wohl 45000. Ich belege mir sechs Scheiben Brot mit Käse und Schinken und stiefel los. Der Saharastaub haengt wie eine Dunstglocke über der flachen Landschaft, irgendwie eine gespenstische Stimmung.Der Weg verläuft kerzengerade und bietet wenig Abwechslung.

monotone Landschaft

Ich gehe langsam und werde heute der letzte Pilger sein, der ankommt.Allerdings weichen einige auch nach 15 km vom Weg ab und fahren mit dem Bus nach Torremejia oder gleich durch bis Merida. Das waren auch meine Überlegungen,aber gegen Mittag wurden die Schmerzen erträglich.Komischerweise ist der linke Fuß, sonst mein Problemfuss, völlig ok. Weiter geht’s,immer gerade aus.

Verlaufen kann man sich hier nicht

Es ist still, ab und zu hört man Hundegebell von nahegelegenen Fincas.

Der Weg ist mental eine Herausforderung, meine Gedanken schwirren hin und her,aber irgendwann kurz vor 3Uhr bin ich auch am Ziel.Ein spanischer Ort ohne Kirche, hätte nicht gedacht,dass es das gibt.Die anderen sind schon da.

Irma, Noad und Volker

Zum Abendessen gibt’s bei mir heute Kekse mit Zitronentee, ich kann keinen Schinken,Käse und Weißbrot mehr sehen.Wir quatschen noch ein bisschen und gehen dann früh schlafen.Manche schreiben noch Tagebuch oder Blogs so wie ich.Morgen steht eine kurze Etappe an und mit Merida eine große Stadt.

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8.Etappe: Zafra – Villafranco de los Barros ( 20 km)

Nachtrag zum gestrigen Abendessen:Es gab als Vorspeise eine Kaltschale mit Schinken und als Hauptgericht eine Spezialität aus der Gegend:gehackte Leber mit Kartoffeln und Spiegelei.Hat gut geschmeckt,obwohl ich Leber sonst nicht esse.Und das war der Nachtisch:

Erdbeeren mit Sahnehaube

Inzwischen hat sich ein Grueppchen von Pilgern zusammengefunden

Die Nacht war ruhig und angenehm.Ich wandere heute die Stecke zusammen mit Volker, einem Deutschen in meinem Alter.Die Zeit vergeht schnell,der Weg ist flach,wenn auch teilweise matschig.Barros bedeutet Lehmerde, so kleben auch die Brocken an den Schuhen. Gegen Mittag in sind wir in Villafranco,quartieren uns in der örtlichen Herberge ein und gehen Mittagessen.Die Landschaft wird flacher, viel ist heute nicht zu sehen, da hier der Staub aus der Sahara in der Luft hängt und es sehr diesig ist.Die Gesellschaft tut mir gut,vertreten sind 2 Holländer,ein Engländer,ein Ami,der in Spanien lebt, und drei Deutsche.Jetzt ist erstmal Siesta angesagt, vielleicht schreibe ich heute Abend noch mehr.

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7.Etappe: Fuente de Cantos- Zafra ( 25 km)

Heute sieht es nicht nach Sonne aus und so war’s auch, bis ich Zafra erreicht hatte.Die letzte Stunde noch Nieselregen, dann kam die ☀️ Sonne.

Ich bin ohne Frühstück losgegangen,nach 6km gab’s einen Laden, Tiendas heißen die hier, in dem ich mir was zu essen besorgte.Auf dem Marktplatz futterte ich bei kühlen Temperaturen.Direkt unter einem Orangenbaum.Ich pflückte eine, sie sah zwar schön aus,war aber noch sauer.Der folgende Weg entpuppte sich als völlig aufgeweicht, so dass ich bei jedem Schritt tief einsank und wegrutschte.Das war alles anstrengend und ich sah entsprechend aus.

Mittagspause

In Zafra war ich gegen 2 Uhr,die Suche nach einem Hotel gestaltete sich schwieriger als gedacht.Entweder ausgebucht oder geschlossen.Vielleicht sah ich auch nur zu dreckig aus.Also ging ich zu dem empfohlenen Konvent San Francisco, hier war alles bestens:Warm, Abendessen und Frühstück, zu zweit in einem Raum.Einige der anderen Mitpilger sind auch hier.Irma traf ich in der Stadt,sie ist heute den größten Teil der Etappe mit dem Bus gefahren und hat sich einiges erspart.

So sah der Weg heute aus

Im übrigen laufen bei weitem nicht alle Pilger alle Etappen.Manche überspringen eine oder zwei mit dem Bus.Bei mir gibt’s dafür noch keinen Grund.Die Blase am kleinen Zeh macht keine großen Beschwerden.Natuerlich tun mir die Beine am Ende des Tages weh,aber morgens sieht’s meistens wieder gut aus.Zafra reisst mich jetzt auch nicht gerade vom Hocker, zudem fahren hier auch Autos in den schmalsten Gassen, so dass man sich in einen Hauseingang drücken muss,um nicht plattgefahren zu werden.

Zufällig ohne ein Auto in der Altstadt von Zafra

In der Unterkunft steht immer zuerst duschen und Wäschewaschen auf dem Programm.

War heute nötig

Dann geht’s noch mal in die Stadt, bisschen gucken und Kaffetrinken.Die meisten Pilger, so habe ich das bis jetzt erlebt,pennen den ganzen Nachmittag ( würde ich nie machen, …..ups,warum wächst meine Nase auf einmal?).Aber ich liege abends früh im Bett und habe mehr als genug Schlaf. Tagesfazit: Sehr aufgeweichter Weg, schwere Füsse, schöne Landschaft und heute Abend noch ein gutes Essen.Was es gibt, wurde mir erklärt, aber ich habe nichts verstanden.Also lass ich mich überraschen und erzähle morgen, was es zu essen gab.

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6.Etappe: Monesterio – Fuente de Cantos ( 21 km)

Überraschung am Morgen: Kein Regen! Dabei hatte es in der Nacht geschüttet und gestürmt.Das hat die Gäste in der Bar unter meinem Zimmer nicht vom Feiern abgehalten.Bis halb drei in der Nacht ,dazu Technogewummere.Das macht mich wahnsinnig.Also ein bisschen gerädert geht’s ohne Frühstück los.Wieder sehr schöne Landschaft.Ich hänge heute am Schluss des Textes einfach ein paar Bilder dran.Gegen 10 Uhr frühstücke ich, mache heute mehr Pausen.Von einer Anhöhe sehe ich das Tagesziel,allerdings noch 15 km entfernt.Zum erstenmal machen mir die Füße zu schaffen,Druckstellen haben sich gebildet.Zum Glück ist es heute recht flach,trotzdem quäle ich mich ein bisschen.In Fuente de Cantos angekommen, geht’s in die Pension Vicenza.Von Gronze empfohlen.Fuer 15 € gibt’s eine Rumpelkammer ohne Heizung.Ich bin irgendwie zu gerädert, um nach was anderem zu suchen.Also rein und erst mal Schlaf nachholen.Zum Essen gehe ich gegenüber in ein Restaurant, zu der Tageszeit gibt’s nicht viel,aber was besseres als einen kalten Hamburger mit 10 bleistiftdünnen Pommes hätte ich doch erwartet. Wie ihr merkt,ist heute nicht mein Tag.Morgen erreiche ich Zafra, soll eine schöne Stadt sein.Diesmal geht’s in ein richtiges Hotel, vielleicht mache ich auch einen Pausentag.

Ziel in Sicht
Dehesa heißt hier die gesamte Lndschaftsform
Ein Schinken kostet um die 75€
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5. Etappe:El Real de la Jara – Monesterio ( 21 km)

Das Thermometer zeigt 3 Grad an,als ich den Ort verlasse.Ich ziehe Handschuhe und Mütze an und habe somit alle meine Kleidungsstücke benutzt.Also nicht schlecht gepackt.

Nach einer Stunde verlasse ich Andalusien und betrete die Extremadura.

hinter der Furt beginnt die Extremadura

In meiner Vorstellung verband ich die Extremadura immer mit einer hitzeflimmerndern prärieartigen flachen Landschaft.Nichts könnte falscher sein!Eine hügelige Mittelgebirgslandschaft auf einem Plateau gelegen erwartet mich.

Nach der Hälfte der Etappe kreuze ich die Autobahn samt Raststätte.Sehr viel Trubel,ungewohnt. Für ne Cola reicht’s aber.Der weitere Weg schlängelt sich zwischen Autobahn und Nationalstraße aufwärts nach Monesterio.Dort angekommen, gehe ich ins Hostal Extremadura.Einzelzimmer mit Heizung 15 €.Es ist recht frisch hier oben auf 750 m Höhe und seit einigen Stunden ist der Himmel stark bewölkt.Aber heute war’s trocken, kein Tropfen von oben.

Am frühen Morgen

Auch heute war die Landschaft, besonders in der ersten Hälfte, sehr schön.Stoerche, Kuckuck (gehört), Kühe,Schafe,Pferde und Hunde, große Hunde,bellende Hunde, zum Glück hinter Zäunen.

Sonnenaufgang mit Störchen

Monesterio ist die Stadt des Schinkens, es gibt hier sogar ein Museum, wo der Ablauf vom Schwein zum Schinken gezeigt wird.Interessanter für mich ist die gegenüberliegende Churrofabrik, wo das bekannte Spritzgebäck hergestellt wird.Aber einen Schinken zum Abendessen werde ich mir gönnen.Und dann heißt es Gute Nacht.

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4.Etappe: Almaden de la Plata – El Real de la Jara (15 km )

Was für ein Kontrast: Gestern sommerliches Wetter, heute stroemender Regen zum Start. Und so sollte es den ganzen Tag bleiben. Ein Blick auf die Wetteraussichten lässt nichts Gutes ahnen: Die nächsten 10 Tage Regen.Nur morgen etwas trockener. In der Nacht habe ich etwas gefroren, hatte probiert,nur mit Schlafsackinlett und Decke auszukommen.Ist aber zu wenig.Das Frühstück war eher einseitig.Gestern war ich noch einkaufen und besorgte mir ein Fladenbrot,dachte ich wenigstens.Schon beim Auspacken merkte ich,da stimmt was nicht.Es sah zwar aus wie Fladenbrot, schmeckte aber wie eine Zimtschnecke. Den Aufkleber konnte ich nicht lesen.Den Rest gab’s also heute morgen.Also rein in die Regenmontur und ab ging’s.Heute stand nur eine kurze Etappe von 15 km auf dem Plan.Wie eigentlich immer ging es rauf und runter auf matschigen Wegen.

die ersten schwarzen Schweine
Dauerregen

Im Regen laufen macht eigentlich keinen Spaß. Durch die Anstiege kam ich ins Schwitzen und war dann innen und außen nass.Ausserdem war die Sicht schlecht. Begegnungen gab es mit Tieren:Hunde ( im Zwinger und freilaufend), Stiere, Schweine,Ziegen und auch ein totes Schaf

Gegen Mittag komme ich in El Real de la Jara an und suche das Hostal Encina. Dort angekommen, beginnt die Prozedur: Man muss anrufen, dann kommt jemand. Klingt einfach, ist es aber nicht. Ich verstehe, das es ein Zimmer und Musik gibt und ich eine E-Mail schreiben soll.Dann kann ich dem guten Mann klarmachen, das ich vor dem Eingang stehe. Er will in zehn Minuten kommen.In der Wartezeit hadere ich wieder mit mir selbst, dass ich nicht ein bisschen Spanisch gelernt habe.Nur ein paar Brocken.Aber alles klappt, für 25€ kriege ich ein Doppelzimmer mit Bad und Heizung.Das ist wichtig, denn meine Sachen müssen trocknen und draussen sind’s 10 Grad.

Trotz des Wetters ist meine Stimmung ganz gut, ich bin ordentlich ausgerüstet und mit Regen war zu rechnen.Irgendwo muss das Grün ja herkommen.Auf dem Weg heute wieder ein Denkmal, diesmal für einen der „Väter“ der Via de la Plata.Er ist mit Mitte Fünfzig beim Malen der gelben Pfeile am Herzinfarkt verstorben. Ausserdem habe ich die Holländerin endlich nach ihrem Namen gefragt.Sie heißt Irma.

Das mit der Musik klärte sich dann per Sprachapp auf.Hier ist eine Bar angeschlossen und es gibt heute Abend Musik.Na,dann kann ja nichts mehr schief gehen.