Via de la Plata

28.Etappe: Laza – Xunqueira de Ambia ( 33 km)

Die ganzen Höhenmeter,die es gestern runter hing, müssten wir heute auf der anderen Seite des Tales wieder hoch. Müssten, aber Christine hat ein Taxi bestellt und so schließe ich mich den beiden anderen an und fahre mit.Als sich der Wagen die zahlreichen Serpentinen hochmüht, bin ich froh über meine Entscheidung.Kurz vor der Passhöhe hält der Fahrer in einem kleinen Ort.Die einzige Bar ist noch zu und so wandern wir 7 km zum nächsten Dorf, wo wir frühstücken können.Der gestrige Tag steckt noch allen in den Knochen und jeder hängt seinen Gedanken nach.Ich bin nicht fit und ganz froh,dass morgen die letzte Etappe ansteht.Irgendwie will jeder nur noch ankommen.Es geht bergab,wir wandern auf Wirtschafts- und Feldwegen,es stinkt nach Gülle.Von der gestrigen Schönheit der Landschaft ist nichts mehr zu sehen.Einzig die galizischen Jakobssteine sind sehr individuell gestaltet.( Kein WLAN,keine Bilder,kommen nachträglich).Die Herberge erreichen wir am frühen Nachmittag.Ich lege mich erst mal hin,mein ständiger Mitpilger auch.Das bedeutet Schnarchen.Auch letzte Nacht,es ist trotz Ohrstöpsel kaum auszuhalten.Aber wahrscheinlich ist das für mich die letzte Nacht im Schlafsaal einer Herberge.So schön das Gemeinschaftsgefühl auch ist in den Herbergen,wenn ich einen ( meist spanischen) deutlich übergewichtigen männlichen Pilger reinkommen sehe, weiß ich,was die Stunde geschlagen hat.Es ist Palmsonntag, die Frauen laufen mit Palmwedeln durch den Ort (die Männer sind in der Bar), alles ist zu und das Warten auf den Abend beginnt.Vor halb neun gibt’s nichts zu essen.Also vertreibt sich jeder so die Zeit.Das Essen gestern Abend war gut, vorneweg eine gute Suppe und dann den Gasofen angemacht.Bis zum Fleischgang konnte ich die Daunenjacke ausziehen und als Nachtisch gab’s Eis.Wie immer für 10€ .Auch sind die Herbergen hier in Galicien um Klassen besser als unten im Süden.Einmalbezug,Heizung,tip-top Sanitärräume ,oft Küche ( wenn man denn Vorräte hat) und WiFi,dessen Anmeldung noch nicht einmal funktioniert hat. Für morgen ist Regen vorhergesagt, und nachdem heute Nachmittag ein Sturm aufgezogen ist,glaube ich das unbesehen.Aber die paarundzwanzig Kilometer bis Ourense packe ich auch noch. Im Moment knurrt nur der Magen.Wohl dem,der zu Hause sitzt und einen v o l l e n Kühlschrank hat!

Christine im Sturm

4 Kommentare zu „28.Etappe: Laza – Xunqueira de Ambia ( 33 km)

  1. Endlich das Ende in Sicht. Deine Frau wird dich sicher nach all den Entbehrungen wieder aufpäppeln. Sämtliche Ostereier sind verdientermaßen dein!😋

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