5-Länder-Runde

14.Tag ( Jagdszenen am Bodensee)🚴🚴🚴

Das war ein Höllenritt heute! Als ich um 8 Uhr den teuren und – wie in Deutschland üblich – sehr lauten Campingplatz verlasse,ahne ich nicht, dass heute der stressigste Tag der bisherigen Tour bevorsteht.

Ich frühstücke in einer Bäckerei (kleiner Kaffee und belegtes Brötchen 10,20 €, allmählich spinnen die alle).

Kurz vor Meersburg kommt mir in einer schmalen Fahrradstrasser ein fetter Mercedes mit Caravan entgegen und zwar sehr schnell. Ich traue meinen Augen nicht,ab statt zu bremsen beschleunigt er noch.Ich springe ab und quetschen mich an die Seite.Der Wohnwagen donnert keine 20 cm entfernt an mir vorbei. Für das dreckige Grinsen des Fahrers hätte dieser eine Kugel verdient.

Fähre nach Konstanz

Ich schwelge noch in meinen Mordgeluesten, als ich die Fähre nach Konstanz erreiche.Die Überfahrt ist schön und preiswert.Konstanz hat eine sehr gute Infrastruktur für Fahrräder,ab hier geht der Weg um den südlichen „Finger“des Bodensees überwiegend auf Radwegen weiter. Allerdings ist jetzt gegen Mittag der 😈 Teufel los.Alle wollen zum See,die Autos parken, wo auch nur eine Möglichkeit dazu besteht.Zudem sind auf dieser Strecke Tausende Radfahrer unterwegs und das ist nicht übertrieben.Ein unablässiger Strom von hinten und von vorne.Volle Aufmerksamkeit ist gefordert, auf kreuzende Autos , Fußgänger,aufgerissene Türen, überholende Rennradfahrer.Einen erwischt es vor meinen Augen,als ich gerade ein Foto machen.Auf dem Radweg fährt ein Auto auf der Suche nach Zugang zum See, quetscht sich rechts am Radler vorbei und schert sofort nach links,als er eine Parkmöglichkeit sieht. Bekloppter geht’s nimmer.Der Radler bremst noch,stellt sich quer und fährt gegen das Auto. Passiert ist ihm nichts,zum Glück.

So geht es stressig weiter,bis das Ende des Sees erreicht ist Hinter der sehenswerten Stadt Stein am See kehrt Ruhe ein und ich entspanne mich.Die Horden von Radfahrern,die Autos,die Hitze,der Krach haben mich mürbe gemacht.Sonntags bei Sommerwetter am Bodensee Rad zu fahren ist keine gute Idee.

Über meine NaviApp habe ich einen Zeltplatz ausgeguckt.Er befindet sich in einem schmalen deutschen Streifen, eingeklemmt von der Schweiz.Man fährt hier rein,raus,rein,raus.Der Platz ist ein Bauernhof,mit Hütten und Zeltmoeglichkeit.Und ruhig.Und außer mir ist niemand da.An Ruhe glaube ich nach den gestrigen Erfahrungen erst, wenn’s Abend ist und weder Kindergeschrei noch Saufgegroele zu hören ist.

Das nenne ich mal einen Zeltplatz

Heute koche ich mir wieder mal was selbst. Und dann mal sehen,was der Abend bringt.

Ein Kommentar zu „14.Tag ( Jagdszenen am Bodensee)🚴🚴🚴

  1. Was für ein Horror! Deutschland ist in erster Linie ein Autoland, das zeigt sich immer wieder und wird von der jeweiligen Regierung auch kräftig unterstützt.
    Schade, dass man immer zu spät auf solche Schweine wie den Fahrer reagiert, der dich fast umgefahren hat (und das mit Absicht). Da kommen wirklich Mordgelüste auf…
    Was die Campingplätze in Deutschland und auch anderswo angeht: Wochenende in Verbindung mit etwas Flüssigem macht die Leute verrückt, und damit meine ich sowohl Wasser (See, Fluss, Meer) als auch natürlich Alkohol. Dann drehen sie völlig ab. Unter der Woche ging es bei uns meistens recht ruhig ab.
    Wir wünschen dir noch ein paar hoffentlich ruhigere und ungefährliche Tage.

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