Oman 2023

18./19. Tag: Shuwaymia – Hasik

Bernd aus Hamburg ist 77 Jahre alt.

Er ist von Muskat schnurstracks die Wüste runter bis Salalah und fährt jetzt die Küste entlang wieder zurück. Angekündigt wurde er mir von seinem Sohn, der ihn begleitet hat und nun zurück an die Arbeit muss.

Wir unterhalten uns lange,tauschen Adressen aus und dann beginnt für mich der Aufstieg ins Dhofargebirge. Zehn Kilometer zieht sich der Anstieg, viel zu schwer für mich zu fahren.Also Schieben,Pause,Schieben…und alles in einer Gluthitze.

Oben auf dem Plateau wird’s leichter,ich fahre noch ein Stück und baue dann mein Zelt in einigen Anstand von der Abbruchkante auf.

Endlich oben

Nachmittags beim Aufbau war es windstill.In der Nacht kommt ein Sturm auf,der auch morgens noch tobt.Als ich den letzten Häring aus dem Boden ziehe, fliegt das Zelt weg.Ich hinterher, auf den Abgrund zu. Glücklicherweise verfängt sich das Zelt in einem Busch und ich kann es an mich nehmen, unbeschädigt.Ein bisschen weiter, und es wäre im Abgrund verschwunden.Landschaftlich erinnert mich das hier alles sehr an den Grande Canyon.

Weiter geht’s und der Wind lässt nicht nach.Er kommt von der Seite und von vorne und ist so stark,dass er mich bei einer Richtungsänderung mit 15km/h den Berg h o c h treibt.Dann beginnt die Abfahrt meines Lebens! Durch grandiose Schluchten führt die Straße runter ans Meer.

Und leider,leider auch wieder hinauf! Nichts ist mit schön an der Küste entlangfahren. Es sind 37 Grad, kein Schatten.Ich gebe meine Vorsätze auf und beschließe zu trampen. Aber die nächsten 2 Stunden kommt kein Auto. 5 Kilometer wuchte ich das Rad hoch, fahre Mal ein paar Meter und schiebe wieder.Dann hält ein Toyota Pickup.Wir wuchten das Rad auf die Ladefläche und ab geht’s. Ich bin heilfroh, diese 15 Kilometer bis Hasik nicht mehr fahren zu müssen.Der Fahrer, ein junger Mann und sein älterer Begleiter haben ihren Spaß.Wie der Henker jagt der Fahrer das altersschwache Auto die Passstraße entlang. Ich halte mich gut fest und bin froh ,als wir Hasik erreichen.Zum Abschied wollen die beiden mir noch Geld schenken!!!

Vielen Dank für’s Mitnehmen

In Hasik esse ich zu Mittag, dann wird alles dichtgemacht.Ich hatte vergessen, dass Freitag ist. Also fahre ich noch ein Stück und suche mir ein geschütztes Plätzchen am Strand.

Schatten gibt’s nicht, ich springe alle naselang ins Meer um mich abzukühlen .Bei Sonnenuntergang kommt ein Mann vorbei, der Muscheln oder ähnliches sammelt.Auf dem Rückweg zeigt er mir die Ausbeute:Ein grosser Sack mit etwas, was wie eine Kreuzung aus Austern und Muscheln aussieht. Er bietet mir welche an, aber ich habe nichts zum Kochen.

Als die Sonne verschwunden ist, verkrieche ich mich ins Zelt und esse meine letzten Datteln. Es gibt hier unheimlich viele Fliegen und den allgegenwärtigen Müll.

Feierabend

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