Neuer Beitrag · Usbekistan 2025

Ab durch die ( Stein )Wüste

In der Nacht hatte es geregnet und meine Stimmung sinkt noch tiefer , als der bestellte Fahrer, der mich nach Xiva bringen soll, um 9 Uhr nicht auftaucht. 15 min später kommt einer, aber der soll einen Gast nach Moynak bringen. Nach langem Hin und Her stellt sich heraus, dass der Tourmanager ihm einen falschen Zielort gegeben hatte und ich sein Kunde bin.

Also auf nach Xiva mit zwei Zwischenstopps. Der erste ist Shilpiq, ein weithin sichtbarer Tafelberg in der flachen Landschaft. Er wurde bis ins 7.Jhr. von den Anhängern Zarathustras als Bestattungsplatz genutzt in der Form, dass die Leichen ein Jahr dort lagen und von den Vögeln bis auf die Knochen aufgefressen wurden. Diese wurden dann in Ton Gefäßen gesondert bestattet. Der Weg hinauf wird inzwischen durch hunderte Steinstufen erleichtert, ist aber trotzdem anstrengend. Der Ausblick ist überwältigend, außer mir ist niemand oben.

Zurück beim Auto fährt mich Achmed, der nur ganz wenig Englisch spricht, weiter durch die Steinwüste. Viele Baustellen, Wellblechpiste mit unzähligen Schlaglöchern und im Radio eine Art Usbekenrap. Achmed fährt wie eine gesengete Sau, aber das machen alle hier und ich entspanne mich.

Der zweite Stopp ist die Wüstenfestung AyaKala, schon etwas touristischer mit Yurtencamp und Kamelreiten. Es sind nur wenige Besucher da, ein chinesischer Bus, aber die meisten der Insassen sitzen im Restaurant. Der Aufstieg ist mühsam, mit “ richtigem“ Wüstensand und leicht alpinem Endaufstieg. Mein Mittagessen, eine Banane, fällt der Wüste zum Opfer.

Man kann sich nur schwer vorstellen,wie das früher hier ausgesehen hat, aber allein die Ausmaße sind beeindruckend.Inzwischen herrscht wieder bestes Wetter und die Aussicht ist fantastisch.

Wieder unten schlenderte ich durchs Yurtencamp. Mann kann hier bei gebuchten Touren übernachten, aber sehr ansprechend sieht es nicht aus.

Ich wecke meinen Fahrer, im Schweinsgalopp geht’s jetzt nach Xiva. Nach fast 300 km erreichen wir die Altstadt und mein Guesthouse.Ich checke ein, der arme Kerl muss den ganzen Weg wieder zurück,wenn auch auf direkter Route.Er bekommt ein ordentliches Trinkgeld und ich bin froh,die nächsten Tage weder Zug, Auto noch Bus fahren zu müssen.

Meine Unterkunft liegt innerhalb der Altstadt am Rande und ist herrlich ruhig. Großes Zimmer, schöner Frühstücksraum, guter Ausblick, was will man mehr. Hier bleibe ich 4 Tage, bevor es dann weiter nach Buchara geht.

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