Was für ein Kontrast! Als ich morgens im Zug nach 2 Stunden Schlaf aufwache und aus dem sehr gemächlich fahrenden Zug schaue, finde ich mich in einer völlig anderen Landschaft wieder. Karge Berge, verstreut liegende Dörfer, die sich kaum von der Landschaft abheben und endlich Boysun, eine Kleinstadt am Fuße des Hissargebirges.



Auf 1200 m Höhe gelegen, erstreckt sich der Ort über ber viele Kilometer Richtung Gebirge. Der Bahnhof ist 12 km vom Zentrum entfernt, ein Taxi nimmt mich mit und sammelt unterwegs noch Leute auf, die für die Mitfahrt eine geringe Gebühr bezahlen. Mein Hotel ist ok, ruhig gelegen, hell und sauber. Ich bin ziemlich groggy von der kurzen Nacht und schlafe erst mal 3 Stunden.

Nachmittags gehe ich die wenigen Schritte Richtung Zentrum und bin sofort froh, den Abstecher hierhin gemacht zu haben.
Boysun ist immaterielles Weltkulturerbe. bekannt für seine authentisch bewahrte Lebensweise. Hier ist nichts auf Tourismus ausgerichtet, ich sehe auch keinen einzigen, und die Einwohner haben ihren traditionellen Lebensstil und die Handwerkskunst aus der Vergangenheit bewahrt.
Über mehrere Straßen zieht sich der Markt hin, alles findet draussen statt. Das Fladenbrot in all seinen verschiedenen Varianten wird traditionell im Lehmofen gebacken und schmeckt frisch fantastisch gut. 30 Cent kostet es. Für 4 Euro bekomme ich in einem Straßenrestaurant 5 Schaschlikspieße mit Brot und Tee und als Nachtisch eine Kugel Ziegenkäse.





Ein Mann setzt sich zu mir, fragt, woher ich komme und zählt dann bis 7 auf Deutsch und sagt “ guten Morgen“ . Anschließend rattert er alle aktuellen Personen der Weltgeschichte herunter und wartet auf meine Reaktion. Ich gebe mit Gesten meine Meinung kund, aber sehr dezent. Anscheinend ist er sehr zufrieden. Er ist pro Putin und Palästina und Ursula von der Leyen kennt er auch.
Meine Mahlzeit ist beendet, ich kaufe noch Wasser und eine Tüte gemischter Süßigkeiten ( heute keine Wiederstandskräfte).Leitungswasser ist in Usbekistan nicht zum Trinken geeignet, aber überall findet man Wasserflaschen aller Größen.
Es herrscht viel Verkehr, es ist staubig und man muss aufpassen, dass man nicht in einen Abwasserschacht fällt.


Hier im Süden, nicht weit von Tadjikistan und Afghanistan entfernt, wird es um sechs Uhr dunkel. Ich werde vier Tage hierbleiben, aber für heute ist es erstmal genug
Wow, ganz anders. Total interessant mit den Läden alle im Freien. Viel Spass!
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